„Den Wirtschaftsmotor wieder zum Laufen bringen“

Wirtschaftsdezernent Stadtrat Markus Frank im Interview

Stadtrat Markus Frank, Wirtschaftsdezernent der Stadt Frankfurt am Main
Stadtrat Markus Frank, Wirtschaftsdezernent der Stadt Frankfurt am Main
Der Frankfurter Wirtschaftsstab hat seit Beginn der Corona-Pandemie regelmäßig getagt - situationsbedingt in digitaler Form und zunächst als „Krisenstab“. Mit welchen konkreten Punkten haben Sie sich befasst?

Alle Teilnehmenden dieses kurzfristig einberufenen Gremiums berichten über aktuelle Entwicklungen im jeweiligen Bereich. Dies ist zu einer äußerst hilfreichen Routine geworden, weil problematische wie auch positive Entwicklungen schnell identifiziert werden können und ein direkter Austausch zwischen den Akteuren stattfinden kann. Darüber hinaus haben wir zu zahlreichen Sitzungen des Wirtschaftsstabs einzelne Experten eingeladen. Z. B. wurde so in den Sitzungen vertieft thematisiert: Soforthilfe des Landes Hessen, Darlehensprogramm der WIBank, Ausbildungssituation in Frankfurt am Main, Herausforderungen für Gastronomie & Hotellerie, Messen und Großveranstaltungen, die Situation am Frankfurter Flughafen, Belebung der Frankfurter Innenstadt u. v. m.

War dieser „runde Tisch“ eher ein Forum für den Erkenntnisaustausch oder haben Sie konkrete Maßnahmen verabredet?

Ziel des Wirtschaftsstabs ist es, die Frankfurter Wirtschaft durch diese schwierigen Zeiten zu bringen, Unternehmen und Arbeitsplätze zu erhalten sowie den Wirtschaftsmotor wieder auf das gewohnte Maß zum Laufen zu bringen. Deswegen werden alle Betroffenen durch ihre Spitzenverbände im Wirtschaftsstab eng miteinander vernetzt und stehen im ständigen Austausch. Die aktuelle Krise ist so einschneidend, dass es einer Kommunikation der kurzen Wege bedarf, um bedarfsgerechte Hilfsmaßnahmen auf den Weg und an die Unternehmen zu bringen.

Welche Entwicklung erwarten Sie für den bisherigen Beschäftigungsmotor Flughafen?

Trotz staatlicher Unterstützung und der sukzessiven Erhöhung des Flugverkehrs sind weiterhin zahlreiche Arbeitsplätze in ihrer Existenz bedroht. Die Situation ist auch abhängig davon, wie sich die CoronaPandemie weiterentwickelt.

Können Sie die Wirkungen bei der Messe Frankfurt abschätzen?

Festzuhalten ist, dass es seit März dieses Jahres keine Messen im Normalbetrieb in Deutschland gibt, was dramatische Folgen für z. B. das komplette Gastgewerbe, Eventdienstleister und Messebau- und Handwerksbetriebe u.v.m. hat.

Was bedeuten die Transformationsprozesse im Bankenbereich?

Corona ist ein Katalysator. Es ist deutlich, dass Entwicklungen wie z. B. die Frage nach Filialschließungen und ein verstärkter Digitalisierungstrend im Bankenbereich sich beschleunigen.

Wo sehen Sie die Handlungsmöglichkeiten und die Handlungsnotwendigkeiten für die Stadt Frankfurt zur Unterstützung der Unternehmen in der gegenwärtigen Situation?

Als konkrete Maßnahmen kann ich steuerliche Hilfsangebote der Stadt Frankfurt, Stundungen für Mieten für städtische Liegenschaften, Ausnahme bei den Ladenöffnungszeiten am Gründonnerstag, Erweiterung der Frankfurter Außengastronomie, Duldung geeigneter Maßnahmen zum Wind-, Kälte- und Regenschutz in der Außengastronomie und die Organisation der Frankfurter Kultursommergärten nennen.