Ein ganzheitlicher Betreuungsansatz bei der Ausbildung

Das Trainings- und Ausbildungszentrum (taz)

Die Ausbilder Stefan Natterer (li.) und Martin Burdinski (re.) unterweisen einen Auszubildenden. Die Teilnehmer, denen das Jobcenter die Ausbildung ermöglicht, sind in der Regel bis zu 35 Jahre alt. Während ihrer Ausbildung erhalten sie ke
Das Trainings- und Ausbildungszentrum (taz) ist ein langjähriger Partner des Jobcenters Frankfurt am Main – ein Bildungsträger mit einer besonderen Ausrichtung. taz-Leiterin Ivona Iffl änder erklärt den Auftrag der Einrichtung, die unter dem Dach des Frankfurter Vereins arbeitet, so: „Das Bildungsangebot richtet sich sowohl an jüngere als auch an erwachsene Menschen mit Lern- und Leistungseinschränkungen und ebenso an arbeitsuchende Menschen, die in ihrem erlernten Beruf nicht tätig sein können. Wir bieten Unterstützung mit der berufl ichen Qualifizierung von Teilnehmerinnen und

Die Ausbilder Stefan Natterer (li.) und Martin Burdinski (re.) unterweisen einen 
Auszubildenden. Die Teilnehmer, denen das Jobcenter die Ausbildung ermöglicht, 
sind in der Regel bis zu 35 Jahre alt. Während ihrer Ausbildung erhalten sie keine 
Ausbildungsvergütung, sondern Leistungen des Jobcenters.

Teilnehmern mit eingeschränkter psychischer Belastbarkeit und von Menschen, die Zeiten mit problematischem Suchtmittelgebrauch erlebt haben oder allgemein in der Entwicklung ihrer Arbeitsfähigkeit verzögert sind.“


Der so umschriebenen Zielgruppe wird das taz mit einem ganzheitlichen Betreuungsansatz gerecht: Die Heranführung an den Arbeits- und Ausbildungsmarkt und die Ausbildung in einer Reihe von Berufen ist mit einer individuellen sozialpädagogischen Betreuung und Begleitung verbunden. Denn vielfach geht es nicht allein um die Beseitigung von Ausbildungs- und Qualifi zierungsdefi ziten, sondern auch um die schwierige Wohnungssituation, gesundheitliche und psychische Beeinträchtigungen und/oder Schulden- und Suchtproblematiken. Der Fokus liegt tatsächlich auf der Berufsausbildung. Die Frage nach dem Erfolg beantwortet Ivona Iffl änder mit dem Hinweis, dass taz-Teilnehmer auch schon unter den Kammerbesten waren und andere die Ausbildung verkürzt absolvieren konnten. „Selbstverständlich hatten und haben wir auch Kursteilnehmer, die die Abschlussprüfung wiederholen mussten. Bei den Elektrikern z. B. schaffen 75 Prozent der Teilnehmer die Prüfung. Die Übernahmequote in ein anschließendes Beschäftigungsverhältnis ist hoch, die Nachhaltigkeit ebenso: Nach einem Jahr sind mehr als 60 Prozent der Absolventen noch beim selben Arbeitgeber.“


Das taz betreibt zwei Einrichtungen und Werkstätten in Frankfurt mit 23 Mitarbeitern und weiteren Honorarkräften. Am Standort Kalbach in der Talstraße – zugleich Sitz der Zentrale – werden die Ausbildungsgänge in den Bürodienstleistungen und den Berufen der Holz- und Metallbearbeitung angeboten, Elektrotechniker, Maler und verwandte Berufe werden am Standort Oberrad in der Wiener Straße ausgebildet. Das Spektrum der Ausbildungsberufe ist sehr viel breiter und umfasst gastronomische und hauswirtschaftliche Berufe ebenso wie Gärtner, Gebäudereiniger und Zweiradmechaniker.


Nach den Erfahrungen vorheriger Projekte haben taz und Jobcenter die laufenden Maßnahmen so aufgebaut, dass Teilnehmer nicht mehr direkt mit der Umschulung beginnen und dafür die erforderlichen Verfahren wie z. B. die berufspsychologische Untersuchung durchlaufen, sondern einen „niederschwelligen“ Zugang haben: Sie besuchen zunächst eine einjährige Vorschaltmaßnahme, bevor sie die anschließende zweieinhalbjährige Ausbildung beginnen. Zwei Drittel bis drei Viertel der Teilnehmer treten nach der Vorschaltmaßnahme eine Ausbildung an. Auch bei den Abbrechern sieht Ivona Iffl änder positive Effekte: Sie erhalten ein Zertifi kat, das ihnen die erworbenen Grundkenntnisse bescheinigt, und vielfach hat die Teilnahme einen Beitrag zur persönlichen Stabilisierung geleistet.


Die Ausbildung ist modular aufgebaut und orientiert sich an den vorhandenen Lernpotenzialen und der psychischen Belastbarkeit der Maßnahmeteilnehmer. Die berufl iche Bildung ist stark praxisorientiert. Ein wesentlicher Teil der Qualifi zierung ist ein individuell angepasstes Belastungstraining durch Erprobung und Mitarbeit an Arbeitsplätzen des ersten und zweiten Arbeitsmarktes. Stütz- und Förderunterricht ist ein fester Bestandteil der berufl ichen Qualifi zierung. Ergänzende Freizeit- und Sportangebote – z. B. in Zusammenarbeit mit dem Frankfurter Turnverein 1860 – fördern die Teamfähigkeit, die körperliche Fitness und erhöhen die Motivation.

TAZ-Leiterin Ivona Iffl änder (re.) im Gespräch mit Alfred Misiewicz vom  Team Eingliederungsleistungen des Jobcenters Frankfurt am Main
TAZ-Leiterin Ivona Iffl änder (re.) im
Gespräch mit Alfred Misiewicz vom
Team Eingliederungsleistungen des
Jobcenters Frankfurt am Main
Stefan Natterer, Elektromeister im  Handwerk und Ausbilder im  Trainings- und Ausbildungszentrum  (taz) in Frankfurt-Oberrad
Stefan Natterer, Elektromeister im
Handwerk und Ausbilder im
Trainings- und Ausbildungszentrum
(taz) in Frankfurt-Oberrad