Ausbildung auch in Teilzeit möglich

Wenn die familiäre Situation eine Vollzeitausbildung nicht zulässt, ist jungen Menschen nicht generell die Möglichkeit verbaut, einen Ausbildungsberuf zu erlernen. Frauen und Männer mit Kindern oder pflegebedürftigen Angehörigen können jetzt auch in Teilzeit ihre Ausbildung absolvieren. Eine qualifizierte Berufsausbildung ist in jedem Fall die wichtigste Voraussetzung für eine eigenständige Lebensperspektive. Sie bildet daher gerade für junge Frauen und Männer mit Kindern eine unverzichtbare Voraussetzung für die Sicherung des Familienunterhalts.

Das Berufsbildungsgesetz regelt die Möglichkeiten einer Teilzeitausbildung. Junge Eltern werden dadurch ermutigt, diese Alternative zu ergreifen. Grundsätzlich können alle anerkannten betrieblichen Ausbildungsberufe auch in Teilzeit erlernt werden. Diese Möglichkeit ist relativ neu und noch wenig bekannt, so dass bisher nur wenige Bewerber/-innen und Arbeitgeber davon Gebrauch machen.

Betriebe können mit den Jugendlichen in den Ausbildungsverträgen die Zeiten der Ausbildung vereinbaren – etwa nur an bestimmten Werktagen oder an Vormittagen bzw. Nachmittagen. Die wöchentliche Stundenzahl kann zwischen 20 und 30 Stunden liegen. Wenn die Ausbildungszeit weniger als 25 Wochenstunden beträgt, ist eine Verlängerung der gesamten Ausbildungsdauer erforderlich. Wichtig ist, dass die Berufsschule über diese Absprachen informiert wird. Der Schulunterricht muss allerdings von den Jugendlichen zu den Zeiten besucht werden, wie er nach dem Unterrichtsplan angeboten wird.

Wegen der reduzierten Stundenzahl muss mit einer entsprechend verminderten Ausbildungsvergütung gerechnet werden.

An einer Regelung der finanziellen Fragen muss eine Ausbildung nicht scheitern. Häufig kann den Jugendlichen mit einer Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) weiter geholfen werden. Dabei können auch Fahrtkosten für die jeweils erforderlichen Pendelfahrten sowie Kinderbetreuungskosten in Höhe von monatlich 130 Euro je Kind übernommen werden.