Mit der Grundqualifizierung in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis

Jobcenter Frankfurt schafft die Basis – Qualifizierung für den Einsatz im technischen Gebäudeservice

1
Die praxisgerechte Vermittlung von fundierten theoretischen Grundlagen – darum geht es bei der Grundqualifizierung als Maler und Lackierer bei smart-work. Geschäftsführer Volker Tollkühn (Mi.) ist selbst Maler- und Lackierermeister mit mehr als zwanzig Jahren sozialpädagogischer Erfahrung bei der Werkstatt Frankfurt. Teamleiter Knut Dienstbach vom Jobcenter (3. v. r.) informiert sich.
Sieben Männer haben von ihrem künftigen Arbeitgeber das Versprechen einer unbefristeten Anstellung. Voraussetzung ist die erfolgreiche Grundqualifizierung als Maler und Lackierer einschließlich der elektrotechnischen Unterweisung. Diese handwerklichen Fertigkeiten fordert der Dienstleister für technischen Gebäudeservice – ein bundesweit tätiges, auch in der Rhein- Main-Region aktives Unternehmen für die Bewirtschaftung von Wohnungen und Gebäuden. Es erwartet von seinen Mitarbeitern, dass sie schnell, zuverlässig und fachgerecht Instandhaltungsarbeiten und Kleinreparaturen in Gebäuden durchführen und Wohnungen im Rahmen des Mieterwechsels sanieren können.
Alle sieben Bewerber sind Kunden des Jobcenters Frankfurt am Main. Sie sind einige Monate oder auch schon mehr als zehn Jahre arbeitslos. Der Jüngste ist Mitte 20, der Älteste gerade 60 Jahre alt geworden. Sie kommen aus den unterschiedlichsten Ländern: Italien, Marokko, Afghanistan, Kosovo und Mazedonien. Sie sind erst relativ kurz – seit zwei Jahren – in Deutschland oder leben schon seit Jahrzehnten hier, sprechen ordentlich deutsch oder tun sich damit doch recht schwer. Bei allen persönlichen Unterschieden haben sie eines gemeinsam, nämlich praktische Erfahrungen in der Bestandspflege von Wohnimmobilien. Dies war eine der Voraussetzungen dafür, dass sie vom Jobcenter ausgewählt wurden, als das Dienstleistungsunternehmen seinen Personalbedarf anmeldete. Das Auswahlverfahren begann mit zwei Gruppeninformationsveranstaltungen, zu denen eine größere Zahl von Bewerbern eingeladen wurde. Ein Teil von ihnen hatte dann die Möglichkeit zu einer vierwöchigen Probearbeit, die das Unternehmen als richtigen Arbeitseinsatz und nicht nur als Dabeisein und Zuschauen gestaltete.
Das Jobcenter ermöglicht den sieben Bewerbern jetzt die Teilnahme an der Grundqualifizierung zum Maler und Lackierer. Den Kurs führt smart-work, eine Nachfolgegesellschaft der Werkstatt Frankfurt, durch. Die Qualifizierungsbausteine orientieren sich am Rahmenlehrplan Maler und Lackierer und behandeln die Themen Untergründe vorbereiten und bearbeiten, Beschichtungen von Oberflächen, Tapezier- und Klebearbeiten sowie Wände und Decken spachteln und verputzen. „Es geht im Qualifizierungskurs darum, die theoretischen Grundlagen praxisorientiert zu vermitteln“, erläutert Smart-work-Geschäftsführer Volker Tollkühn. Die Fachanleiter haben große Erfahrung in der erwachsenengerechten Unterweisung und in der Qualifizierung von Menschen mit Migrationshintergrund.
Die theoretische Unterweisung bei smart-work und der praktische Einsatz im Unternehmen wechseln sich ab. In der Bewertung sind sich die Teilnehmer völlig einig: Auch wenn sie bei Maler-, Lackierer- und Trockenbauarbeiten schon jahrelang praktische Erfahrungen gewonnen haben, bringt ihnen der Kurs sehr viele neue Erkenntnisse und theoretisches Grundlagenwissen. Einer spricht für alle: „Wir haben etwas gelernt und wir danken dem Jobcenter für diese Möglichkeit!“
1
Mit der Unterweisung zur „elektrotechnisch unterwiesenen Person“ erweitern die Kursteilnehmer ihre handwerklichen Fertigkeiten bei Instandhaltungsarbeiten und Kleinreparaturen in Gebäuden und Wohnungen.

SMART-WORK-FRANKFURT – Gesellschaft für berufsbezogene Bildung und Beschäftigung gGmbH

Die „smart-work-frankfurt gGmbH“ ist aus der Umstrukturierung der Werkstatt Frankfurt hervorgegangen, beschäftigt gegenwärtig ein Stammpersonal von ungefähr 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und hält 100 bis 120 Qualifizierungsund Beschäftigungsplätze bereit. Das Aufgabenfeld umfasst insbesondere

• Maßnahmen zur Förderung der beruflichen Weiterbildung (FbW) nach § 77 SGB III
• Ausbildung und Qualifizierung besonderer Personengruppen (BAE/Frankfurter Weg/Umschulung)
• Durchführung beschäftigungsfördernder Maßnahmen (FRAP)
• Infrastrukturleistungen in der Lebensmittel-Nahversorgung
• Gebäudemanagement für kommunale Einrichtungen
• Logistikleistungen
• Handwerkliche Dienstleistungen
• Entwicklung und Bereitstellung von handwerklichen Bildungs- und Lernprojekten
• Sozialpädagogische Begleitung, Vermittlungsunterstützung