Der Faktor Mensch

Thomas Stotz – Referent der Geschäftsführung im Jobcenter Frankfurt am Main

Verwaltungshandeln muss objektiv, regelkonform und gesetzesgemäß sein. Dieses Prinzip verleiht Rechtssicherheit und gilt auch für das Jobcenter. Wer Anspruch auf Leistungen der Grundsicherung hat, muss sich darauf verlassen können, dass darüber unabhängig vom zuständigen Sachbearbeiter entschieden wird. Jeder Arbeitslose, der im Jobcenter betreut wird, hat aber auch einen „persönlichen Ansprechpartner“, der ihn berät, zu dem er Vertrauen aufbauen muss. Hier kommt der Faktor Mensch ins Spiel. Auch Arbeitgeber wissen es bei der Personalsuche und Stellenbesetzung durchaus zu schätzen, wenn sie einen direkten Draht zu „ihrem“ Vermittler im Arbeitgeber-Service haben und ihn kennen. Die Arbeit im Jobcenter ist Verwaltungshandeln und geht doch darüber hinaus. Das Jobcenter hat ein Gesicht.

Thomas Stotz gehört zu den Mitarbeitern, die das Gesicht des Jobcenters prägen – etwa wenn er die Leistungen des Jobcenters Arbeitgebern einer bestimmten Branche vorstellt, in einem Gremium der IHK referiert, bei einer Sitzung der HWK präsent ist, mit Vertretern der freien Wohlfahrtspflege spricht oder in gewerkschaftlichem Rahmen auftritt. All dies – die Netzwerkarbeit – gehört zum Aufgabenbereich von Thomas Stotz in seiner Funktion als „Referent der Geschäftsführung des Jobcenters“. 

Geschäftsführerin Claudia Czernohorsky-Grüneberg hat einen Mitarbeiter mit großer Erfahrung und vielfältigem Berufsweg im November 2016 in diese neu geschaffene Stabstelle berufen. Seit 2012 ist Thomas Stotz für das Jobcenter Frankfurt tätig, hat zunächst mehrere Jahre den Arbeitgeber-Service geleitet und war dann für Sonderprojekte zuständig, z. B. für das erfolgreiche ESF-Sonderprogramm zur Integration von Langzeitarbeitslosen. Er war auch Koordinator des Organisations-Entwicklungsprozesses, der zu einer Neuausrichtung der Beratungs- und Betreuungsstrukturen im Jobcenter Frankfurt geführt hat. Vor seiner Zeit im Jobcenter war Thomas Stotz mehrere Jahre einer von fünf Teamleitern im Arbeitgeber-Service der Arbeitsagentur Frankfurt, nachdem er zuvor sieben Jahre lang verschiedene Positionen in der Agentur für Arbeit Offenbach innehatte. In der Summe sind dies 15 Jahre Erfahrung in der Arbeitsverwaltung. Dennoch bemerkt Thomas Stotz: „Ich habe keine typische Verwaltungslaufbahn absolviert.“ 

Thomas Stotz – Jahrgang 1957, verheiratet, Vater von zwei erwachsenen Söhnen und bühnenerprobter Hobbygitarrist - stammt aus einer Westerwaldgemeinde und hat das Gymnasium in Bad Ems besucht. Sein Elternhaus hat ihm gesellschaftliche und soziale Fragen nahegebracht, ein Lehrer hat sein Interesse an Geschichte und Politik gefördert. Das hat ihn 1977 in ein Soziologiestudium an die Universität Frankfurt geführt. „Habermas?“ „Zu philosophisch“, erinnert sich Thomas Stotz heute und nennt stattdessen den Politologen Eike Hennig, der ihn beeinflusst hat. In einem breit angelegten Studium hat er sich besonders mit Film- und Medienanalyse befasst.

Thomas Stotz
Thomas Stotz
„Nach der Theorie?“ Thomas Stotz wurde nach dem Studium aktives Mitglied im siebenköpfigen Gründerkollektiv der ersten Frankfurter Ökobäckerei. Ähnliche Unternehmungen gab es damals nur in Aschaffenburg und Wiesbaden. Im Wechsel stand er in der Backstube oder belieferte Naturkostläden. Der folgende Berufsweg verlief dann in eher konventionelle Bahnen. Auf der Basis einer EDV-Umschulung zum Programmierer bei Siemens fand er seine erste „richtige“ Anstellung bei 
der hessischen Landesverwaltung für Datenverarbeitung. In der Folge wechselte er für zehn Jahre zur Frankfurter Sparkasse, startete in der Programmierung und hatte dann die Chance, Erfahrungen in der Personalentwicklung zu erwerben. Damit waren die Weichen für seinen weiteren Weg im Personal- und Vermittlungsbereich gestellt.

EDV und Personalentwicklung, Mensch und Maschine kennzeichnen den weiten Bogen in Thomas Stotz‘ beruflicher Laufbahn. Die Einsicht? „Im Jobcenter haben wir es mit Menschen zu tun, die keinen einfachen Zugang zum Arbeitsmarkt haben. Matchingprozesse über den Abgleich von digitalen Bewerber- und Stellenprofilen führen bei Jobcenterkunden eher nicht zum Ziel. Bevor wir Arbeitgeber und Bewerber zusammenbringen, müssen wir mit den Menschen sprechen, ihr Interesse, ihre Motivation, ihr Leistungsvermögen und ihre Zuverlässigkeit erkunden. Wir müssen sie an die Hand nehmen.“ Die Vermittlungserfolge des Jobcenters sprechen für diesen Ansatz.

Networking bedeutet für Thomas Stotz nicht nur die Präsenz in Gremien, sondern auch Basisarbeit mit dem Ziel, Betriebe für die Sache des Jobcenters zu gewinnen. „Ich will erreichen, dass sich die Unternehmen öffnen und unseren Kunden die Chance der Heranführung an das Arbeitsleben geben, über ein Praktikum oder ähnliche Formen der Beschäftigung. Ich denke an größere Betriebe im Dienstleistungssektor oder KMU, die es in Zusammenarbeit mit IHK und HWK zu gewinnen gilt.“ Mit „ähnlichen Formen der Beschäftigung“ meint Thomas Stotz eine Art zweiter Arbeitsmarkt mit monetären Anreizen für die Betriebe zum Ausgleich ihres besonderen Einsatzes

Kontakt / Info:

Thomas Stotz
Referent der Geschäftsführung
Jobcenter Frankfurt am Main
Hainer Weg 44        Tel. 069 / 597 69 262
60599 Frankfurt       Fax 069 / 597 69 120
jobcenter-frankfurt-am-main.geschaeftsfuehrungsbuero@ jobcenter-ge.de
www.jc-frankfurt.de