Probearbeit (MAG)

Probearbeit ist vielfach das einfachste und wirksamste Instrument, mit dem Arbeitgeber eine künftige Mitarbeiterin oder einen potenziellen Mitarbeiter im Betriebsalltag kennenlernen können. Damit alles seine Ordnung hat, gibt es dafür die „Maßnahme bei einem Arbeitgeber“ (MAG) auf der Rechtsgrundlage von § 45 SGB III.

An einer betrieblichen Erprobung können Kunden des Jobcenters und der Arbeitsagentur teilnehmen, nämlich Arbeitslose und von Arbeitslosigkeit bedrohte Arbeitsuchende. Dazu zählen auch Berufsrückkehrende, Hochschulabsolventen, Selbstständige sowie Beschäftigte in Transfer- und Auffanggesellschaften. Ausländern, die eine Aufenthaltsgestattung oder Bescheinigung über die Meldung als Asylsuchender (BüMA) besitzen, eine gute Bleibeperspektive haben und keine Erwerbstätigkeit ausüben dürfen, steht bis zum 31.12.2018 diese Möglichkeit ebenso offen. Betriebe bzw. Bewerbende müssen vor Antritt der Probearbeit ihre Ansprechpartner im Jobcenter Frankfurt informieren.

Die Probearbeit ist für einen Arbeitgeber unverbindlich, es entsteht kein Beschäftigungsverhältnis. Der Teilnehmer erhält weiterhin Leistungen vom Jobcenter oder der Arbeitsagentur, die ihm für die Dauer des Einsatzes auf Antrag auch die Fahrtkosten ersetzen können. Für den Betrieb gilt, dass die arbeitsrechtlichen Bestimmungen einschließlich des Unfallversicherungsschutzes eingehalten werden, eine Betreuung, Beaufsichtigung und Anleitung durch eine Fachkraft erfolgt und das Ergebnis der Probearbeit in einem kurzen Berichtsbogen dokumentiert wird.

Eine Maßnahme bei einem Arbeitgeber kann für die Dauer von maximal sechs Wochen genehmigt werden. Bei Langzeitarbeitslosen oder Arbeitslosen, deren berufliche Eingliederung besonders erschwert ist, ist eine Dauer von bis zu zwölf Wochen möglich. Die Dauer wird im Einzelfall von der Vermittlungsfachkraft festgelegt und richtet sich nach dem individuellen Handlungsbedarf und den betrieblichen Anforderungen.

Vielfach genügen einzelne oder mehrere Tage, um die berufliche Eignung eines Bewerbers für eine angestrebte Tätigkeit festzustellen. Zweck der Maßnahme darf es nicht sein, ausschließlich oder überwiegend Tätigkeiten auszuüben, für die in der Regel Entgelt bezahlt wird. Die MAG darf auch nicht dazu dienen, urlaubs- oder krankheitsbedingte Ausfälle oder betriebliche Spitzenbelastungen aufzufangen. Finanzielle Zuwendungen des Arbeitgebers für Leistungen, die im Rahmen einer MAG erbracht werden, sind ausgeschlossen.

Die Probearbeit dient nicht nur der Feststellung, ob ein Bewerber in den Betrieb persönlich und menschlich passt, sondern auch der fachlichen Einschätzung. Daraus leitet sich ab, ob Qualifizierungs- und Fortbildungsmaßnahmen erforderlich sind. Dafür bestehen im Jobcenter Fördermöglichkeiten. Eventuell ist auch ein erhöhter Einarbeitungsbedarf erkennbar. In diesem Fall kann das Jobcenter anfängliche Minderleistungen durch einen Eingliederungszuschuss (EGZ) ausgleichen.

Kontakt / Info:

Arbeitgeberservice des Jobcenters Frankfurt
Telefon: 069 / 597 68 208
E-Mail: jobcenter-frankfurt-am-main.AGS@jobcenter-ge.de