ESF-Personalberaterin Christina Weinreich im Gespräch mit Rechtsanwalt Matthias Schröder von der Frankfurter Kanzlei LSSPartner in der Kaiserhofstraße.
ESF-Personalberaterin Christina Weinreich im Gespräch mit Rechtsanwalt Matthias Schröder von der Frankfurter Kanzlei LSSPartner in der Kaiserhofstraße.

Frau Beck arbeitet wieder als Rechtsanwaltsfachangestellte

Rechtsanwalt Matthias Schröder ist Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht und Partner in der Frankfurter Sozietät LSS, einer Kanzlei mit Sonderprogramm für Langzeitarbeitslose auf der Zielgeraden
Bisher 315 erfolgreiche Integrationen – Gefördert vom Europäischen Sozialfonds (ESF)
sechs Rechtsanwälten und den Schwerpunkten Bank- und Kapitalmarktrecht, Strafrecht, Prozessführung sowie Arbeits- und Verkehrsrecht. Er kennt zur Genüge die Schwierigkeiten, geeignetes Personal zu finden. Bewerbungen sind oft sehr weit von den geforderten Qualifikationen entfernt.

Bei Frau Beck war das anders. Sie ist eigentlich gelernte Rechtsanwaltsfachangestellte – „eigentlich“, weil ihre Ausbildung schon sehr lange zurückliegt und sie nach der Ausbildung auch im erlernten Beruf nicht mehr gearbeitet hat. Nach einigen anderen Stationen hatte sie über volle 26 Jahre eine Vertrauensstellung als Chefsekretärin, wurde im Jahr 2014 aber arbeitslos. „Die mittlerweile 61-jährige sehr sympathische und überaus motivierte Dame hatte sich oft beworben und ließ sich trotz zahlreicher Absagen nicht entmutigen“, berichtet Christina Weinreich. Als ESF-Personalberaterin im Jobcenter Frankfurt wurde sie von ihrer Kollegin im Projekt JOB JUMP (Seite 6 – 7 dieser Ausgabe) im Juli des vergangenen Jahres eingeschaltet, um Frau Beck bei der Stellensuche zu unterstützen.

„Ich lud Frau Beck zum Gespräch ein und war sofort von ihrer Motivation beeindruckt“, berichtet Christina Weinreich. Schnell war eine passende Stelle als Empfangskraft in einer Anwaltskanzlei gefunden. Aus eigener Initiative hätte sich Frau Beck auf diese Stelle wegen der geforderten fachlichen Voraussetzungen nicht beworben, weil ihre Kanzleierfahrung nach eigener Einschätzung viel zu lange zurücklag. Christina Weinreich suchte den Kontakt zu Rechtsanwalt Schröder, der die Bewerberin umgehend zum Vorstellungsgespräch einlud. Schon zwei Tage später lag die Einstellungszusage vor, so dass der ESF-Förderantrag unverzüglich bearbeitet werden konnte. Seit 15. August 2016 arbeitet Frau Beck unbefristet in Vollzeit. Die Probezeit ist längst abgelaufen. Eine erste Gehaltserhöhung zeigt deutlich, dass die Kanzlei mit ihrer Wahl mehr als zufrieden ist. Die Förderung hat insbesondere geholfen, den Leistungsdruck während der erforderlichen gründlichen Einarbeitungsphase zu mindern. Die Eigenmotivation von Frau Beck und ein kollegiales Umfeld haben ihren Teil zum Gelingen beigetragen. Frau Beck selbst ist glücklich mit ihrer neuen Aufgabe, denn die Hoffnung, je wieder eine reguläre Tätigkeit zu finden, hatte sie fast schon aufgegeben.