Jugendjobcenter – ein Meilenstein in Frankfurt

Jugendberufshilfe, Berufsberatung und Jobcenter – Leistungen aus einer Hand

Das neue Jugendjobcenter ist ein Meilenstein in der zehnjährigen Geschichte des Jobcenters Frankfurt und zugleich die Umsetzung einer Idee, die im Koalitionsvertrag der Bundesregierung als innovatives Projekt verankert ist und bundesweit in allen Arbeitsagenturen eingeführt werden soll.

Das Jobcenter Frankfurt hat diesen Schritt schon vollzogen: Bereits am 1. Februar 2012 startete das Pilotprojekt Jugendjobcenter als eine Kooperation mit der Agentur für Arbeit und dem Jugend- und Sozialamt der Stadt Frankfurt am Main. In der Pilotphase beschränkte sich das Projekt  auf den Einzugsbereich der Jobcenter Süd und Ost. Die Agentur für Arbeit brachte die Berufsberatung für Nichtschüler ein und das Jugendund Sozialamt beteiligte sich mit dem Team der Jugendberufshilfe. Die Zusammenarbeit der drei Einrichtungen sollte unter 25-jährigen Kundinnen und Kunden des Jobcenters die Betreuung aus einer Hand beim Übergang von Schule und Beruf bieten und Reibungsverluste zwischen den Rechtskreisen SGB III (Arbeitsagentur), SGB II (Jobcenter) und SGB VIII (Jugend- und Sozialamt) vermeiden. Die verschiedenen Akteure arbeiten – auch im wörtlichen Sinn – unter einem Dach zusammen, um die Jugendlichen schneller und sicherer zu erreichen.

Die ersten positiven Erfahrungen überzeugten, so dass die Trägerversammlung des Jobcenters am 17. Juni 2013 beschloss, das Pilotprojekt auf das Stadtgebiet auszuweiten. „Damit hatten wir in Frankfurt das ‚Go‘ lange vor den Festlegungen des Koalitionsvertrages“, wie Jobcenter-Geschäftsführerin Claudia Czernohorsky-Grüneberg bei der Eröffnungsveranstaltung des Jugendjobcenters am Hainer Weg in Sachsenhausen in Anwesenheit von Sozialdezernentin Prof. Dr. Daniela Birkenfeld und Agenturchef Karl-Heinz Huth feststellte.
Sie nannte drei wesentliche Gründe für die Kooperation: „Unser gemeinsames Ziel ist es, jungen Menschen eine Perspektive zu geben. Das heißt im ersten Schritt, einen Schulabschluss zu erwerben, und im  zweiten Schritt in eine Berufsausbildung zu vermitteln, die dann auch abgeschlossen wird. Der zweite Grund liegt in der Nutzung von Synergien. Jeder der Partner bringt personelle und finanzielle Ressourcen ein: Fachliches, methodisches Know-how, Netzwerkerfahrung und -partner und vor allem Motivation für eine gemeinsame Sache! Drittens verfügt jeder der drei Beteiligten des Jugendjobcenters aufgrund der gesetzlichen Möglichkeiten über Förderinstrumente, die auf die individuellen Erfordernisse des jungen Menschen abgestimmt werden.“

Fünf „U25-Teams“ arbeiten seit April 2014 im Jugendjobcenter am Hainer Weg. Sie betreuen insgesamt mehr als 1.400 arbeitsuchende Jugendliche und junge Erwachsene. Der Schwerpunkt liegt in der Beratung bei Geldleistungen, in Berufsorientierungsgesprächen, Qualifizierungssondierungen, in Maßnahmen zur Weiterentwicklung sowie bei der Integration in Ausbildung und Arbeit. „Es geht darum, ihnen eine Erwerbs- und Berufsbiografie zu ermöglichen, damit sie die Unabhängigkeit von staatlichen Transferleistungen erlangen“, so Claudia Czernohorsky-Grüneberg.

Das Jugendjobcenter in Frankfurt ist bundesweit nicht das einzige Projekt dieser Art, vergleichbare Projekte werden auch in Hamburg, Düsseldorf und Berlin realisiert. Bei den Planungen zur flächendeckenden Einführung von „Jugendberufsagenturen“ werden die Frankfurter Erfahrungen aber immer wieder herangezogen.