Erfolgreicher Start für das Projekt BIFF

Gemeinschaftsinitiative der Wirtschaft für die berufliche Integration von Flüchtlingen in Frankfurt

Unternehmen im Bezirk der IHK Frankfurt am Main haben gemeinsam mit der Stadt Frankfurt und der Agentur für Arbeit ein Programm zur Integration von Flüchtlingen in Arbeit und Ausbildung entwickelt. An der Gemeinschaftsinitiative, die unter der Schirmherrschaft von Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann steht, wirken die Unternehmen Dachser, FES, Fraport, Fresenius, Mainova, die Stadt Frankfurt als Arbeitgeber, die Stadtwerke Frankfurt am Main, VGF, WISAG, die Arbeitsagentur Frankfurt, die Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main sowie die Gesellschaft für Jugendbeschäftigung e. V. mit.

Die Initiatoren sind der Überzeugung, dass gesellschaftliche Teilhabe und Integration vor allem mit einer existenzsichernden Beschäftigung zu erreichen sind. Die Unternehmen sehen in der Zuwanderung von Flüchtlingen auch eine Chance für den Fachkräftebedarf der Region. Das Programm hebt sich von anderen Projekten für Flüchtlinge ab, da es von den Unternehmen selbst konzipiert und finanziert wird. Zudem fand die Berufsorientierung in den Unternehmen selbst und unter Beteiligung der eigenen Mitarbeiter statt. Dabei lernen die Flüchtlinge die Angebote aus erster Hand kennen.

Um eine nachhaltige Wirkung zu erzielen, soll das Programm mehrere Jahre laufen. Es richtet sich an junge Zuwanderer ab 16 Jahren mit Bleibeperspektive in Frankfurt-Rhein-Main und mindestens einer Duldung oder Aufenthaltsgestattung.

Jeder vierte Flüchtling, der eine Beratung und Unterstützung beim Projekt Berufliche Integration von Flüchtlingen in Frankfurt Rhein-Main BIFF gesucht hat, ist in Ausbildung, Einstiegsqualifizierung (EQ) oder Arbeit gekommen. Das ist das Resultat des Projekts BIFF zum Start des Ausbildungsjahres. Von 350 Interessenten hatten 184 sich intensiv beraten lassen, 150 davon im Frühjahr die Berufe-Camps besucht. Letztlich bewarben sich 84 um eine Einstiegsqualifizierung, einen Arbeitsplatz oder eine Berufsausbildung. Davon haben 38 mittlerweile eine Beschäftigung angetreten, u. a. 15 bei den Unternehmen, die dieses Verfahren zur Berufsintegration angestoßen hatten. Damit ist für viele ein Wunschtraum in Erfüllung gegangen.

Für die überwiegende Anzahl ist die Einstiegsqualifizierung – ein Langzeitpraktikum vor einer möglichen Ausbildung – der erste Einstieg in die Arbeitswelt in Deutschland. Einige haben sogar den direkten Einstieg in eine Ausbildung geschafft. Einige Teilnehmer sind für einen Einstieg im kommenden Jahr vorgemerkt. Bis dahin werden sie die Zeit für das Erreichen von Schulabschlüssen und die Verbesserung von Deutschkenntnissen nutzen.

Die Initiatoren freuen sich über diese Resonanz, denn sie konnten allen 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmern ihrer Berufe-Camps Impulse für ihre berufliche Weiterentwicklung setzen. "Wir haben unsere Erfahrung mit Berufsfindungs- Instrumenten und Assessments genutzt und einen Prozess der Integration in Gang gesetzt, von dem die Wirtschaft in Rhein-Main profitiert", sagt Dr. Brigitte Scheuerle, Geschäftsführerin Aus- und Weiterbildung der IHK Frankfurt am Main.

Bereits jetzt laufen die Planungen für neue Berufe-Camps an, die Flüchtlinge für einen Einstieg bei den Unternehmen im kommenden Jahr vorbereiten sollen. Interessierte Unternehmen, die Nachwuchsbedarf haben, können sich noch beteiligen.