Erleichtertes Kurzarbeitergeld

Die zum 1. März 2020 veränderten Regelungen zur Kurzarbeit wurden bis Ende 2021 verlängert, damit Unternehmen in der Corona-Pandemie Entlassungen vermeiden und mit ihren Beschäftigten nach der Krise unmittelbar wieder durchstarten können. Verlängert wurden die erleichterten Voraussetzungen für Kurzarbeitergeld:

  • Kurzarbeitergeld ist für jeden Betrieb möglich, auch für Beschäftigte in Zeitarbeit.
  • Sind mindestens 10 % der Beschäftigten von Arbeitsausfall betroffen, kann der Betrieb bei der Agentur für Arbeit Kurzarbeit beantragen. Sonst muss mindestens ein Drittel der Beschäftigten betroffen sein. 
  • Das Kurzarbeitergeld beträgt 60 % des fehlenden Nettoentgelts – für Eltern mit Kindern 67 %. 
  • Beiträge für die Sozialversicherungen werden bei Kurzarbeit von der Bundesagentur für Arbeit vollständig erstattet. 
  • Beschäftigte müssen keine Minusstunden aufbauen, bevor Kurzarbeitergeld gezahlt werden kann. 
  • Wenn Arbeitnehmerinnen oder Arbeitnehmer in Kurzarbeit mit 50 % oder weniger ihrer bisherigen Stundenzahl arbeiten, wird das Kurzarbeitergeld ab dem vierten Bezugsmonat – gerechnet ab März 2020 – auf 70 Prozent (77 Prozent für Haushalte mit Kindern) angehoben. 
  • Ab dem siebten Monat Kurzarbeit steigt das Kurzarbeitergeld auf 80 % (87 % für Haushalte mit Kindern) des entfallenen Nettoentgelts.

Für die Anrechnung einer Nebentätigkeit gilt vom 1. Mai 2020 bis zum 31.  Dezember 2021 folgende Sonderregelung: Beschäftigte in Kurzarbeit können einen Nebenverdienst bis zur Höhe ihres ursprünglichen Einkommens haben, ohne dass dieser auf das Kurzarbeitergeld angerechnet wird. Einzige Bedingung: Sie dürfen die Höhe des Lohns nicht überschreiten, den sie vor der Kurzarbeit bekommen haben.

Kurzarbeit muss bei der zuständigen Agentur für Arbeit beantragt werden.