Einstiegsqualifizierung – Brücke in die Berufsausbildung

Heranführung an die Ausbildung – Vermittlung von beruflichen Grundkenntnissen – Gefördertes Langzeitpraktikum

Die betriebliche Einstiegsqualifizierung (EQ) ist für jugendliche Bewerber/-innen, die zuvor keine Lehrstelle gefunden haben, eine Brücke in die Berufsausbildung und für ausbildungsbereite Unternehmen ein alternativer Weg bei der Rekrutierung von geeigneten Nachwuchskräften. EQ ist für Arbeitgeber auch finanziell interessant: Die Rhein-Main Jobcenter GmbH (RMJ) fördert die Betriebe durch Zuschüsse zur monatlichen Vergütung (aktuell 212 Euro) und zu den pauschalierten Sozialversicherungsbeiträgen.

Jugendlichen mit eingeschränkten Vermittlungsperspektiven bietet die Einstiegsqualifizierung auf der Grundlage von § 235b SGB III die Chance, in einem betrieblichen Praktikum von sechs bis zwölf Monaten Dauer den Arbeitsalltag kennen zu lernen und Grundkenntnisse zu erlangen. Während dieses Praktikums können die Arbeitgeber die praktischen Fähigkeiten und die betriebliche Alltagstauglichkeit eines Teilnehmers feststellen. Sie lernen dabei die Jugendlichen in der betrieblichen Praxis über einen längeren Zeitraum kennen und können auf einer anderen Basis als der von Zeugnisnoten ihre Motivation, Leistungsbereitschaft und ihre Voraussetzungen einschätzen. Sie haben die Möglichkeit, die Teilnehmer praxisnah an die Ausbildung heranzuführen.

Die Aufnahme einer betrieblichen Berufsausbildung ist das Hauptziel der EQ. Sie ist inhaltlich auf die Vermittlung und Vertiefung von beruflichen Grundlagen ausgerichtet. Die Inhalte orientieren sich an den anerkannten Ausbildungsberufen nach § 4 BBiG und § 25 HWO. Sofern dafür Ausbildungsbausteine vorliegen, können sie bei einer betrieblichen EQ genutzt werden. Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) und der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) haben entsprechende Qualifizierungsbausteine und Module entwickelt (www.zdh.de/bildung/ausbildungspakt und www.dihk.de/pakt).

Die Einstiegsqualifizierung ist auf bestimmte Zielgruppen ausgerichtet. Dazu zählen im Wesentlichen:
  • Ausbildungsbewerber mit individuell eingeschränkten Vermittlungsperspektiven, die nach dem 30. September eines Jahres noch keinen Ausbildungsplatz gefunden haben,
  • Jugendliche, die noch nicht im vollen Umfang über die erforderliche Ausbildungsbefähigung verfügen,
  • lernbeeinträchtigte und sozial benachteiligte Jugendliche.
Bewerber über 25 Jahre sowie Personen mit (Fach-) Hochschulreife können nur in begründeten Ausnahmefällen gefördert werden. Jugendliche, die noch der Vollzeitschulpflicht unterliegen, können nicht in einer EQ gefördert werden.

Die Förderung beginnt jeweils ab 1. Oktober im Zusammenhang mit der Nachvermittlung. Ein früherer Beginn ist ab 1. August für Altbewerber aus der Zielgruppe der lernbeeinträchtigten und sozial benachteiligten sowie noch nicht voll ausbildungsreifen Jugendlichen möglich.

Mit dem Praktikanten wird ein Qualifizierungsvertrag abgeschlossen, der auch eine Vergütung festlegt (§ 26 BBiG). Der Arbeitgeber trägt die Sach- und Personalkosten sowie den Beitrag an die Berufsgenossenschaft. Die Praktikumsvergütung beträgt in der Regel 212 Euro, sofern nicht ein höherer Betrag vereinbart wird. Tarifliche Vereinbarungen sind zu beachten. Die Rhein-Main Jobcenter GmbH erstattet dem Arbeitgeber auf Antrag einen Zuschuss zur EQ-Vergütung bis zur Höhe des Regelsatzes sowie einen pauschalierten Anteil am durchschnittlichen Gesamtsozialversicherungsbeitrag.

EQ-Teilnehmer, die der Berufsschulpflicht unterliegen, müssen diese erfüllen. Nach Möglichkeit soll der Teilnehmer in einer Fachklasse angemeldet werden, um die Übernahmechancen in eine Ausbildung zu verbessern. Die Förderung wird auch für die Zeiten des Berufsschulunterrichtes gezahlt.

Der Arbeitgeber ist verpflichtet, am Ende des Praktikums ein betriebliches Zeugnis auszustellen, in dem die vermittelten Kenntnisse und Fertigkeiten bescheinigt werden. Die jeweilige zuständige Stelle bzw. Kammer stellt auf Antrag des Unternehmens oder des Teilnehmers auf der Basis des betrieblichen Zeugnisses ein Zertifikat über die erfolgreiche Teilnahme an der EQ aus. Dieses bildet die Grundlage für eine mögliche Verkürzung einer anschließenden Ausbildung nach § 8 BBiG.
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Die JobMobil-Ansprechpartnerinnen für Unternehmen bei Ausbildungsstellen und Einstiegsqualifizierung:

Anja Gemballa (li.)
Tel. 069 / 597 68 734,
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Doris Maleschka-Becker (re.)
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Mobil 0163 / 705 90 26