Dynochrom Boulderhalle Frankfurt

Wie Robert Schmidt zuerst seinen Minijob gefunden hat und diesen dann zur Festanstellung ausbauen konnte, gleicht einer Bilderbuchgeschichte, die man nicht besser hätte erfinden können: Vor gut zwei Jahren entdeckte er das seilfreie Klettern und fand den Weg in die „Dynochrom-Boulderhalle“, die Georg Lenz seit vier Jahren in der Frankfurter Flinschstraße betreibt. Aus dem Freizeitsport wurde im November vergangenen Jahres ein Minijob. Robert Schmidt wurde vorwiegend an der Theke und im Shop eingesetzt. Ein gutes halbes Jahr später wurde der Minijob jetzt in eine Vollzeit-Festanstellung umgewandelt. 

Robert Schmidt (35) an der Kletterwand. Aus dem Freizeitsport wurde ein Minijob. Der Minijob führte in die Festanstellung.
Robert Schmidt (35) an der Kletterwand. Aus dem Freizeitsport wurde ein Minijob. Der Minijob führte in die Festanstellung.

Den Anstoß dazu gab die persönliche Ansprechpartnerin, die den 35-Jährigen im Jobcenter Frankfurt am Main betreut. Sie machte ihn auf die Fördermöglichkeit der „Minijob-Umwandlungsprämie“ aufmerksam. Sein Chef Georg Lenz zeigte sich aufgeschlossen und interessiert, erkundigte sich bei Silvia Musholt vom Arbeitgeber-Service des Jobcenters und beantragte die Förderung. Die Umwandlungsprämie als Zuschuss zu den Lohnkosten wurde genehmigt – zum Vorteil aller Beteiligten: Georg Lenz hat einen neuen Mitarbeiter im Dynochrom-Team, das neben dem Chef drei Festangestellte, zwei Dutzend Minijobber und mehrere freiberufliche Trainer umfasst, Robert Schmidt hat einen festen Job, von dem er leben kann und der ihn von Leistungen des Jobcenters unabhängig macht, und das Jobcenter hat einen Kunden weniger.

Als „Multitalent“ charakterisiert Georg Lenz seinen neuen Mitarbeiter, den er vielfältig einsetzen kann, an den er diverse Aufgaben delegieren möchte. Robert Schmidt, der aus Hamburg stammt und seit 17 Jahren in Frankfurt lebt, schildert seine „Erwerbsbiografie“ ziemlich locker und berichtet, dass er nicht weniger als elf Schulen besuchte, eine Lehre abbrach und dann „fast alles“ gemacht hat: Einen guten Job als Netzwerktechniker hat er „hingeschmissen“, um das Abendgymnasium zu besuchen – ohne Erfolg. Er war als Techniker bei Fernsehproduktionen eingesetzt, hat sein Geld als Möbelpacker verdient, wollte sich zum Kindergärtner ausbilden lassen, hat am Flughafen und in der Gastronomie gejobbt, dazwischen war er technischer Zeichner und Bauleiter. Dieses breite Erfahrungsspektrum soll jetzt auf Kontinuität ausgerichtet sein.

„Bouldern“ ist Klettern in Absprunghöhe an speziellen Hallenwänden ohne Seil, Gurt und Sicherungstechnik, rein mit Dynamik, Technik und Kraft. Als Georg Lenz, selbst seit 29 Jahren ein aktiver Klettersportler, seine Halle vor vier Jahren eröffnete, war das Angebot in Frankfurt noch begrenzt. Inzwischen hat sich Bouldern zu einer Trendsportart entwickelt. Rund 40.000 Besucher sind bei Dynochrom registriert, sie versuchen es einmal, kommen gelegentlich oder trainieren regelmäßig – an 364 Tagen im Jahr ist die Halle offen für jedermann.

Dynochrom-Chef Georg Lenz, Silvia Musholt vom Arbeitgeber-Service des Jobcenters und Robert Schmidt (v.l.n.r.)
Dynochrom-Chef Georg Lenz, Silvia Musholt vom Arbeitgeber-Service des Jobcenters und Robert Schmidt (v.l.n.r.)