Deutsch am Arbeitsplatz als Voraussetzung

„Vorschaltmaßnahmen“ zur Klärung der fachlichen und sprachlichen Eignung
Alle Kursteilnehmer, neun Frauen und ein Mann im Alter zwischen 27 und 50 Jahren, haben einen „Migrationshintergrund“ – sie kommen aus Afghanistan und Mali, aus dem Kongo, Marokko und Ghana, Indien, Pakistan, Polen und Bosnien. Manche haben keinen Schulabschluss, andere besitzen die Hochschulreife. Ihre Deutschkenntnisse haben sie bei einer Prüfung nachgewiesen und das Zertifikat B1 erlangt:


„Es bestätigt eine selbstständige Verwendung der deutschen Sprache und entspricht der dritten Stufe (B1) auf der sechsstufigen Kompetenzskala des Gemeinsamen europäischen Referenzrahmens für Sprachen“, wie es amtlich heißt. „Durch das Bestehen der Prüfung zeigen die Teilnehmenden, dass sie die Hauptinformationen verstehen können, wenn klare Standardsprache verwendet wird und wenn es um vertraute Dinge aus Arbeit, Schule, Freizeit usw. geht, dass sie die meisten Situationen bewältigen können, denen man auf Reisen in deutschsprachigen Ländern begegnet, dass sie sich einfach und zusammenhängend über vertraute Themen und persönliche Interessensgebiete äußern können sowie über Erfahrungen und Ereignisse berichten und Träume, Hoffnungen und Ziele beschreiben sowie kurze Begründungen oder Erklärungen geben können.“

Woran es fehlt, ist damit auch deutlich. Es ist das berufsbezogene Deutsch. Wenn die Fachsprache nicht ausreichend beherrscht wird, bleiben Arbeitsanweisungen, Hinweise und Erläuterungen unverständlich, die Integration in Arbeit gestaltet sich entsprechend schwierig, an eine Berufsausbildung ist kaum zu denken. Berufsbezogenes Deutsch ist andererseits nicht Bestandteil der Integrationskurse. Um dieser Situation zu begegnen, hat sich das Jobcenter Frankfurt am Main etwas einfallen lassen: Gemeinsam mit der Arbeitsagentur bietet das Jobcenter eine Qualifizierung in den Bereichen Gebäudereinigung und Hauswirtschaft an, verbunden mit einer „Sprachförderung im Arbeitsprozess“. Es handelt sich dabei um eine „Vorschaltmaßnahme“ zur Klärung der fachlichen und sprachlichen Eignung für eine Umschulung zum Gebäudereiniger bzw. Hauswirtschafter, die mit der Prüfung bei der IHK und der HWK abgeschlossen werden soll.
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Die Sozialpädagogin Svenja Stindt, GFFB-Geschäftsführerin Barbara Wagner und Fachanleiterin Lisa Wellmann (v. l. n. r.)
„Es bestätigt eine selbstständige Verwendung der deutschen Sprache und entspricht der dritten Stufe (B1) auf der sechsstufigen Kompetenzskala des Gemeinsamen europäischen Referenzrahmens für Sprachen“, wie es amtlich heißt. „Durch das Bestehen der Prüfung zeigen die Teilnehmenden, dass sie die Hauptinformationen verstehen können, wenn klare Standardsprache verwendet wird und wenn es um vertraute Dinge aus Arbeit, Schule, Freizeit usw. geht, dass sie die meisten Situationen bewältigen können, denen man auf Reisen in deutschsprachigen Ländern begegnet, dass sie sich einfach und zusammenhängend über vertraute Themen und persönliche Interessensgebiete äußern können sowie über Erfahrungen und Ereignisse berichten und Träume, Hoffnungen und Ziele beschreiben sowie kurze Begründungen oder Erklärungen geben können.“

Svenja Stindt begleitet als Sozialpädagogin die beiden Gruppen. Ihre Erkenntnis: Die Teilnehmer/-innen sind wirklich motiviert, zuverlässig und lernbereit, brauchen aber Unterstützung beim „Lernenlernen“ und durch gezielte berufsbezogene Sprachförderung, für die bei der GFFB Galina Knorr und bei smart-work Claudia Beil zuständig sind. Lisa Wellmann kümmert sich als Fachanleiterin auf Seiten der GFFB um die Hauswirtschafter und Steffen Anger um die Gebäudereiniger, die smart-work in der Vorschaltmaßnahme betreut.
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„Learning by doing“ ist nur die halbe Wahrheit. Berufsbezogene Sprachförderung muss bei Menschen mit Migrationshintergrund oft ergänzend hinzukommen, um sie dauerhaft in Arbeit zu integrieren. Das Jobcenter Frankfurt am Main bietet dafür „Vorschaltmaßnahmen“ für Hauswirtschafter (Foto) und Gebäudereiniger an.