Jobchancen bei Sicherheit und Bewachung

Betriebsleiter Sven Frohwein (li.) und Angestellter Farid Laib (re.)
Betriebsleiter Sven Frohwein (li.) und Angestellter Farid Laib (re.)

Ciborius ist ein Unternehmen für Security & Service Solutions, das in der Mainzer Landstraße seine Frankfurter Niederlassung betreibt. Als eigenständige GmbH wird diese von den Geschäftsführern, in Verbindung mit dem Betriebsleiter Sven Frohwein geleitet.

Die Firma wurde 2006 von Andreas Ciborius im thüringischen Gera gegründet und hat sich innerhalb weniger Jahre als ein leistungsstarker Sicherheitsund Servicedienstleister etabliert. In den Anfangsjahren wurde das Portfolio Schritt für Schritt aufgebaut – im Bereich Servicedienstleistungen mit Messeservice, Empfangs- und Telefondienst, Hostess-Service, dann folgte bei den Sicherheitsdienstleistungen der Objekt- und Werkschutz sowie der Personen- und Veranstaltungsschutz und schließlich beim Facility Management Winterdienst, Grünanlagenpflege, Reinigungs- und Hausmeisterdienste. Seit 2011 ist Ciborius in der Rhein-Main-Region aktiv und gründete zunächst die Niederlassung Süd in Hanau, die 2015 nach Frankfurt verlegt wurde. Die Firmenzentrale hat mittlerweile nicht mehr in Gera, sondern in Berlin ihren Sitz. Die Standorte Mannheim und Stuttgart sind hinzugekommen. Insgesamt beschäftigt Ciborius derzeit rund 1.500 Mitarbeiter, davon rund 180 eigene Angestellte in Frankfurt.

„Das Jobcenter Frankfurt ist für uns ein wichtiger Partner bei der Personalrekrutierung“, bemerkt Betriebsleiter Sven Frohwein und verweist auf die gegenseitigen Interessen. „Jeder braucht seine Chance, auch die Menschen, die das Jobcenter betreut. Und wir haben Personalbedarf.“ Uwe Eschner ist Frohweins direkter Ansprechpartner im Arbeitgeberservice des Jobcenter. Er erinnert sich, dass die Zusammenarbeit durch Kaltakquise vor Corona zustande kam und sich in den vergangenen Monaten deutlich intensiviert hat: 
„Wir haben viel zusammen telefoniert und etliche Vermittlungen so auf den Weg gebracht.“

Zwei Faktoren schätzt Uwe Eschner an der Zusammenarbeit mit Ciborius besonders. Einmal das konsequente Feedback zu den Vermittlungsvorschlägen. Er wird fortlaufend über den Stand der Bewerbungen informiert und erfährt zeitnah, welche Vorstellungsgespräche mit welchen Ergebnissen stattgefunden haben, und kann nachjustieren, z. B. bei der Mitwirkungsbereitschaft. „Das Feedback ist geradezu mustergültig.“ 50 Vermittlungsvorschläge, die Uwe Eschner mit allen Unterlagen bisher bei Ciborius platziert hat, erfordern ein professionelles Bewerbungsmanagement. Der zweite Punkt, der Ciborius auszeichnet, ist die eigene Ausbildungsakademie des Unternehmens, die auch Externen zugänglich ist und hauptsächlich die IHK-Sachkundeprüfung nach § 34a GewO, die IHK-geprüfte Schutz- und Sicherheitskraft (GSSK) und die Fachkraft für Schutz und Sicherheit (IHK) umfasst. Das Jobcenter kann über einen Bildungsgutschein (BGS) z. B. den sechswöchigen Kurs für die Sachkundeprüfung fördern und damit die notwendigen Voraussetzungen für einen Einsatz im Wach- und Sicherheitsdienst schaffen. Sechs junge Menschen bildet Ciborius Frankfurt derzeit im IHK-Beruf Fachkraft für Schutz und Sicherheit aus sowie eine junge Frau in Zusammenarbeit mit dem Träger VBFF zur Kauffrau für Büromanagement.

Die erste erfolgreiche Vermittlung bei Ciborius gelang Uwe Eschner mit dem 45 Jahre alten, aus Algerien stammenden Farid Laib. Im Juni 2015 kam er nach Deutschland, nachdem er in seiner Heimat eine allgemeinbildende Schule und eine Lehre als Fräser abgeschlossen hatte. Im erlernten Beruf arbeitete er mehrere Jahre, qualifiziert sich dann als Patissier, war als Konditor beschäftigt und betätigte sich vor seiner Einreise auch als selbstständiger Textil- und Autohändler. Nach seiner Einreise mit gültigem Visum – der zweite Versuch – erreichte er im Deutschkurs den Level B1 und konnte bei seinen verschiedenen Jobs seine beruflichen Vorerfahrungen verwerten – zunächst als Produktionshelfer in der Zeitarbeit, dann als Konditor bei der Herstellung von Speisen für den Flugbetrieb und später als selbstständiger Subunternehmer für Kleintransporte. Neu für ihn waren Einsätze mit Streifendienst als Sicherheitskraft im Objektschutz und später im Bahnverkehr. „Ich liebe diesen Beruf“, sagt er jetzt, ein halbes Jahr nach seiner Einstellung bei Ciborius. Die Sachkundeprüfung hat er abgelegt. Er arbeitet im Dreischichtbetrieb am Frankfurter Hauptbahnhof und kümmert sich – immer im Zweierteam mit einem Kollegen oder einer Kollegin – um Sicherheit und Ordnung. Der Fokus ist auf Deeskalation gerichtet, bei wesentlichen Vorfällen oder Auseinandersetzungen wird die Polizei verständigt. Körperliche Fitness ist eine der Voraussetzungen, denn 25 km Laufstrecke in einer Schicht sind die Regel, wie Sven Frohwein berichtet.

Die Deutsche Bahn AG ist neben dem Justizzentrum einer der CiboriusHauptkunden in Frankfurt. Hinzu kommen Museen und öffentliche Einrichtungen ebenso wie Einkaufs- und Verbrauchermärkte, die während der Coronaregelungen verstärkt Bedarf an Einlasskontrollen hatten und haben.