Bildungsprofis: Die neue Normalität für Kurse

Die „Bildungsprofis“ sind ein junges Frankfurter Unternehmen in der Rechtsform einer gGmbH. In Zeiten von Wirtschaftskrisen gelten junge Unternehmen stärker gefährdet als etablierte Firmen. Anfangsinvestitionen, Anlaufkosten, der Aufwand für die Marktetablierung und die fehlende Zeit für eine ausreichende Rücklagenbildung sind die typischen Risikofaktoren für Neugründungen. Nun ist die Bildungsprofis gGmbH aber auch kein Start-up wie andere: Zwei geschäftsführende Gesellschafter haben ihre Kompetenzen gebündelt – Holger Strehlau seine jahrzehntelange, in Führungspositionen des Gesundheitswesens erlangte Expertise und Petra Rahn ihre langjährige Erfahrung in der Integration benachteiligter Gruppen in den ersten Arbeitsmarkt. Im gemeinsamen Unternehmen beraten, begleiten und betreuen sie Menschen, die in einem der 49 Gesundheitsberufe Arbeit oder Ausbildung suchen. Sie unterstützen diese insbesondere auch durch Sprachkurse „Deutsch für Pflegekräfte“ bis hin zur Durchführung von Telc-Prüfungen. Die Bildungsprofis gGmbH wird unterstützt vom Hessischen Ministerium für Soziales und Integration und der „Arbeitswelt Hessen“. Ermöglicht wird die Arbeit durch das Sozialbudget des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration. Wesentlicher Partner ist das Jobcenter Frankfurt am Main. Ein tragfähiges Geschäftsmodell, Fachkompetenz und die öffentliche Hand als Auftraggeber minimieren das Risiko auch für ein Start-up.

Die Bildungsprofis sind ein junges Team. Das bedeutet im allgemeinen ITAffinität und ausgeprägtes Know-how in der Anwendung digitaler Medien. Auch Petra Rahn „begeistert sich für digitale Lernansätze“, wie sie über sich selbst sagt. Dies hat sich in Coronazeiten jetzt als eine hervorragende Voraussetzung für die nahezu bruchlose Fortführung der Kurse mit alternativen Methoden erwiesen. An die Stelle von Präsenzunterricht trat nach dem Lock-down die Onlineschulung mit Laptops und Tablet-PCs, die den Teilnehmern im Ausnahmefall für die Dauer der Seminare leihweise zur Verfügung gestellt werden. Dabei wurde „Zoom“ als Kommunikationsplattform zwischen den Teilnehmern und Mitarbeitern ebenso wie für das Team intern genutzt. Die ungewohnte Arbeit im Homeoffice und aus dem Homeoffice heraus musste organisiert und durch regelmäßige Videokonferenzen kommunikativ gestärkt werden – wie in jedem anderen Unternehmen auch. „Coronaruhe gab es für uns wirklich nicht, im Gegenteil“, bemerkt Petra Rahn. Onlinesprachkurse, Selbstlernprogramm und Programme zur Vermittlung von fachlichem Knowhow nutzen die Bildungsprofis unter dem Zeichen der Coronaerfahrungen verstärkt und haben sie z. T. auch selbst systematisch entwickelt.
Bildungsprofis Petra Rahn und Holger Strehlau im Portrait
Petra Rahn und Holger Strehlau, Geschäftsführende Gesellschafter der Bildungsprofis gGmbH
Die Bildungsprofis sind bisher noch nicht voll zu den früheren Präsenzseminaren zurückgekehrt, sondern führen ihre Kurse teilweise digital durch und bieten darüber hinaus offene Sprechstunden mit festen Verhaltensregeln und Präventivmaßnahmen an. Das junge Unternehmen ist damit gut in der „neuen Normalität“ angekommen.