Aktivierung, Qualifizierung und Vermittlung

Maßnahmen der aktiven Arbeitsmarktpolitik – Beratung und Mitwirkung des Jobcenter-Beirats

Das Jobcenter Frankfurt am Main ist eine gemeinsame Einrichtung der Stadt Frankfurt und der Bundesagentur für Arbeit. Mit seinem Beirat aus lokalen Arbeitsmarktexperten, Vertretungen der freien Wohlfahrtspflege, der Stadt Frankfurt, von Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbänden und Kammern steht dem Jobcenter ein wichtiges Gremium bei den zentralen Aufgaben der Arbeitsmarktintegration und sozialen Grundsicherung beratend zur Seite.

Im Beirat ist die Agentur für Arbeit Frankfurt durch ihren Leiter KarlHeinz Huth und die Stadt Frankfurt durch die Dezernentin für Soziales, Senioren, Jugend und Recht, Prof. Dr. Daniela Birkenfeld, vertreten. Die Trägerversammlung beruft die Mitglieder des Beirats auf Vorschlag der Beteiligten des örtlichen Arbeitsmarktes. Den alternierenden Vorsitz im Beirat haben als Vertreter der Arbeitgeber Rechtsanwalt Friedrich  Avenarius, Geschäftsführer der Vereinigung der Hessischen Unternehmerverbände e. V., und von Seiten der Arbeitnehmer Philipp Jacks, DGBRegionsgeschäftsführer und Vorsitzender des Kreisverbandes Frankfurt am Main.

Durch Sitz und Stimme im Beirat haben lokale Experten mit einem breiten Spektrum regionaler Kompetenzen und Interessen die Möglichkeit und den Auftrag, an der Gestaltung des Auftrags des Jobcenters mitzuwirken. Die Industrie- und Handelskammer Frankfurt, die Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main und die Wirtschaftsförderung Frankfurt können sich ebenso einbringen wie die örtliche freie Wohlfahrtspflege, von Seiten der Stadt das Jugend- und Sozialamt, das Frauenreferat, das Stadtschulamt, das Amt für Multikulturelle Angelegenheiten und Mitglieder der Stadtverordnetenversammlung. Allein durch seine Besetzung hat der Beirat ein erhebliches Gewicht und Expertise in den Beratungs- und Beteiligungsprozessen. Über die rein beratende Funktion hinaus legt die Geschäftsordnung ausdrücklich fest, dass Stellungnahmen des Beirats vom Jobcenter zu berücksichtigen sind. 

Insbesondere hat der Beirat die Aufgabe, die Trägerversammlung und die Geschäftsführung des Jobcenters bei der Auswahl und Gestaltung der Eingliederungsinstrumente und -maßnahmen (§ 18d SGB II) zu beraten. Die Beratungsaufgabe bezieht sich in erster Linie auf die Bereiche
• Integration in Arbeit,
• Integration in Ausbildung
• sowie die dafür erforderlichen Maßnahmen.

Im Sinn dieser Aufgabenstellung hat sich der Beirat in seiner letzten Sitzung, die Mitte August stattfand, ausführlich mit dem Entwurf der Maßnahmeplanung für das Jahr 2018 befasst, einzelne Punkte vertieft beraten und „grünes Licht“ für den weiteren Planungsprozess gegeben, der gegenwärtig unter dem Vorbehalt der erwarteten Finanzmittel steht.

Für die Planung und Realisierung von Arbeitsmarktprojekten und -maßnahmen gilt der Grundsatz von Wirkung und Wirtschaftlichkeit. Die geplanten Maßnahmen zielen in besonderer Weise auf Aktivierung, Qualifizierung und Vermittlung der Kundinnen und Kunden des Jobcenters. Wegen ihres hohen Anteils partizipieren insbesondere Langzeitarbeitslose von den Maßnahmen, eine neue Herausforderung ist die Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten. Grundlegend ist das seit 2017 geltende Organisationsmodell 
des Jobcenters mit einer Segmentierung der Kunden nach dem Prinzip der „drei Türen“
• Arbeitsvermittlung (AV),
• Integration und Qualifizierung (I&Q) und
• beschäftigungsorientiertes Fallmanagement (bFM).

Friedrich Avenarius, alternierender Vorsitzender des Beirats des Jobcenters Frankfurt am Main
Friedrich Avenarius, alternierender Vorsitzender des Beirats des Jobcenters Frankfurt am Main
„Meines Erachtens ist nach dem Verständnis der im Beirat vertretenen Sozialpartner, aber auch der übrigen Mitglieder die Beteiligung bei der Maßnahmeplanung eine Möglichkeit, sich mit den eigenen Wahrnehmungen und Erfahrungen sowie Hinweisen aus dem jeweiligen Netzwerk in den Prozess einzubringen. Die guten Vorarbeiten machen dies in der Regel zwar nicht notwendig, aber der Austausch macht gleichwohl Sinn für Haupt- und Ehrenamt. Im Fokus stehen dabei für mich alle Maßnahmen, die eine schnelle Vermittlung in den ersten Arbeitsmarkt versprechen und aktuell insbesondere die möglichst optimale und zügige Integration von Flüchtlingen.“ 
Insbesondere in den beiden Segmenten „Integration und Qualifizierung“ (IQ) und „beschäftigungsorientiertes Fallmanagement“ (bFM) werden Langzeitleistungsbeziehende beraten, gefördert und in ihren Vermittlungsaktivitäten unterstützt. Hier greifen insbesondere die entsprechenden Maßnahmen und Zuweisungen zu Bildungsträgern. Der Hauptanteil liegt bei Gruppenmaßnahmen, die das Jobcenter nach bestimmten Anforderungskriterien über Ausschreibungen auf dem Bildungsmarkt „einkauft“. Das zweite Instrument ist der „Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein“ (AVGS), mit dem das Jobcenter dem einzelnen Kunden die Teilnahme an einer zertifizierten Maßnahme zur Heranführung an den Arbeits- oder Ausbildungsmarkt im Einzelfall ermöglicht. Das dritte Instrument ist der individuell ausgehändigte „Bildungsgutschein“ (BGS) zur Qualifizierung und Weiterbildung für den Arbeitsmarkt. Das Angebotsspektrum der Bildungsträger für AVGS und BGS ist außerordentlich vielfältig.

Der Einsatz von Instrumenten der aktiven Arbeitsmarktpolitik ist für das Jobcenter Frankfurt von hoher Bedeutung und zielt darauf, Vermittlungshemmnisse und Qualifizierungsdefizite wirksam für eine dauerhafte Integration abzubauen, Langzeitarbeitslosigkeit zu beenden oder am besten zu vermeiden.