Assistierte Ausbildung – ein neues Angebot für Unternehmen

Die Initiative „Betriebliche Ausbildung hat Vorfahrt!“ – Ungenutzte Potenziale erkennen und fördern

Viele Betriebe, die gerne ausbilden würden, finden nicht den passenden Auszubildenden. Jahr für Jahr bleiben aus diesem Grund Ausbildungsstellen unbesetzt. Dem stehen eine Reihe junger Menschen gegenüber, die keine Ausbildungsstelle finden. Dies soll sich ändern.
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Die Ausbildungsstellenakquisiteure der Agentur für Arbeit Frankfurt: Thomas Hoffmann (li.) und Paul Srodecki
Seit August 2015 bietet das Modell der „Assistierten Ausbildung“ (AsA)  jungen Menschen und ihren Ausbildungsbetrieben eine intensive und kontinuierliche Unterstützung über die gesamte Ausbildungsdauer an. Auszubildende können beispielsweise Hilfen zum Abbau von Sprach- und Bildungsdefiziten oder zur Förderung fachtheoretischer Fertigkeiten erhalten. Betrieben wird bei der Verwaltung, Organisation und Durchführung der Ausbildung geholfen. Regelmäßige Gespräche mit allen Beteiligten im Ausbildungsbetrieb haben das Ziel, frühzeitig mögliche Schwierigkeiten zu erkennen und Lösungen zu finden. Die Kosten der Assistierten Ausbildung  trägt die Bundesagentur für Arbeit.

Die „Assistierte Ausbildung“ ist Bestandteil der neuen Initiative „Betriebliche Ausbildung hat Vorfahrt“. In Frankfurt übernehmen zwei Bildungsanbieter in der Assistierten Ausbildung die Rolle eines Dienstleisters, der sich gleichermaßen an den Bedürfnissen der jungen Menschen wie der der Betriebe orientiert. Zu der Initiative gehört auch, dass künftig die so genannten Ausbildungsbegleitenden Hilfen (abH) allen Auszubildenden zur Verfügung stehen, die sie benötigen – nicht nur besonders Unterstützungsbedürftigen.

Mit der Initiative „Betriebliche Ausbildung hat Vorfahrt!“ verfolgt die Bundesagentur für Arbeit das Ziel, möglichst vielen Jugendlichen die Chance auf eine betriebliche Ausbildung zur verschaffen. Im Mittelpunkt stehen dabei benachteiligte Jugendliche aus dem Betreuungskreis des Jobcenters (SGB II) und der Arbeitsagentur (SGB III). Mit der Initiative soll die Anzahl der Jugendlichen ohne Berufsabschluss reduziert und die Anzahl der geschlossenen Ausbildungsverträge erhöht werden.
Jedem Jugendlichen und jungen Erwachsenen, der an einer Ausbildung interessiert ist – vor allem auch Jugendliche mit Benachteiligungen –, soll ein Weg aufgezeigt werden, der ihn möglichst frühzeitig zu einem geeigneten Berufsabschluss führen kann. Förder- und Qualifizierungsangebote sollen Defizite von Bewerberinnen und Bewerbern ausgleichen. Die Unternehmen sollen über die Förderinstrumente informiert und beraten werden. Damit soll erreicht werden, dass die Zahl der ausbildungsbereiten Betriebe, insbesondere für benachteiligte Jugendliche und junge Erwachsene, erhöht wird. Gerade unter den jungen Erwachsenen, die als „Spätstarter“ nicht direkt nach dem Schulabschluss eine Berufsausbildung beginnen, finden sich erfahrungsgemäß geeignete Bewerber, die sich durch Zielorientierung und Einsatzbereitschaft auszeichnen. „Dass hier ein Potenzial besteht, passende Azubis zu finden, erkennen mehr und mehr auch die Betriebe“, berichten die beiden Akquisiteure Thomas Hoffmann und Paul Srodecki.

Die „Benachteiligung“ eines Bewerbers kann in ganz unterschiedlichen Faktoren bestehen. Das Spektrum reicht von einem Ausbildungsabbruch wegen Insolvenz über den Migrationshintergrund bis hin zu schwachen Noten, Behinderung oder einer schlichten Introvertiertheit. Gebrochene Lebensläufe oder Studienabbrüche müssen kein Grund sein, der den Quereinstieg verhindert – z. B. im Handwerk. Auch über die Fördermöglichkeiten und -instrumente zum Ausgleich von Defiziten beraten die Ausbildungsstellenakquisiteure die Betriebe im konkreten Einzelfall.

Der Wettbewerb um Fachkräfte – darin sind sich die Ausbildungsmarktpartner einig – wird sich in den kommenden Jahren spürbar verstärken. Den Blick zu weiten und mit Offenheit ungenutzten Potenzialen auf dem Ausbildungsmarkt gegenüberzutreten, könnte dabei auch ein Schlüssel für die Fachkräftesicherung der Unternehmen sein.
Kontakt für Betriebe mit Interesse an der „Assistierten Ausbildung“:
Ausbildungsstellenakquisiteure der Agentur für Arbeit Frankfurt

Fischerfeldstraße 10 – 12
60311 Frankfurt am Main

E-Mail: frankfurt.main.arbeitgeber@arbeitsagentur.de 

Thomas Hoffmann – Telefon 069 / 2171 2021
Paul Srodecki – Telefon 069 / 2171 2341
Kostenfreie Servicenummer 0800 / 4 55 55 00