Arbeitsmarktfrühstück am 22. März 2018

Das jährliche Arbeitsmarktfrühstück des Jobcenters

Seit 2013 lädt das Jobcenter Frankfurt am Main Arbeitgeber, Vertreter von Wirtschaft, Verbänden und Organisationen sowie Netzwerkpartner aus Institutionen und Verwaltung zum jährlichen „Arbeitsmarktfrühstück“ ins Relexa-Hotel ein. Anfängich konnte Jobcenter-Geschäftsführerin Claudia Czernohorsky- Grüneberg etwa 50 Gäste zum Erfahrungs-, Meinungs- und Erkenntnisaustausch begrüßen, beim sechsten Meeting waren es jetzt mehr als doppelt so viele, die sich unter demselben Motto wie im Vorjahr versammelten: „Für Frankfurt zusammen voran- gehen.“ Im Sinn des Mottos betonte die Jobcenter-Geschäftsführerin, dass tragfähige Arbeitsbeziehungen zu allen relevanten Akteuren auf dem Arbeitsmarkt der Region Frankfurt-Rhein-Main für die Bewältigung der vielfältigen Herausforderungen, etwa beim steigenden Fachkräftebedarf und der Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten, erforderlich seien. Mehr denn je komme es darauf an, die Potenziale der Bewerber zu erkennen. 

Gastreferent Dr. Michael Fertig vom Institut für Sozialforschung und Ge- sellschaftspolitik Köln leitete aus einer Evaluation des ESF-Programms für Langzeitarbeitslose („ESF-LZA“) mehrere „ermutigende Erkenntnisse“ ab, insbesondere zum Einsatz von „Betriebsakquisiteuren“, die Langzeitarbeitslose im Vermittlungs- und Integrationsprozess betreuen: „Ein guter Betriebsakquisiteur bearbeitet nicht alle in der Person liegenden De zite so, dass sie verschwinden. Er ermittelt vielmehr die Stärken, Fähigkeiten und Talente, die ein Langzeitarbeitsloser hat, um sie für alle Beteiligten nutzbringend einzusetzen. Es geht darum, was die Menschen können, und nicht darum, welches Zertifikat sie haben oder welches ihnen fehlt.“ Wichtig im „Zusammenspiel der Kräfte“ erschienen ihm die folgenden Punkte: 

  • Persönliche Kontakte zwischen Jobcenter und Arbeitgeber

  • Realistische Erwartungen an potenzielle Arbeitnehmer/-innen (Zuverlässigkeit, Anpassung an das soziale Betriebsgefüge, Lernbereitschaft und -fähigkeit, Auffassungsgabe, Flexibilität, Kommunikationsfähigkeit und Entwicklungsperspektiven)

  • Lohnkostenzuschüsse für Produktivitätsdefizite

  • Die finanzielle Kompensation ist wichtig, eine gute und passgenaue Auswahl durch das Jobcenter aber mindestens genauso und die muss das Jobcenter versprechen.

  • Das Jobcenter kann und muss mehr sein als ein Personaldienstleister mit Subventionen.

fruehstueck
Thomas Stotz, Referent der Geschäftsführung des Jobcenters

Thomas Stotz, Referent der Jobcenter-Geschäftsführung, erläuterte in seinem Arbeitsmarktüberblick das Dienstleistungsangebot des Jobcenters für Arbeitgeber (siehe Diagramm) und konkretisierte die Frankfurter Ergebnisse des ESF-Programms für Langzeitarbeitslose: Mit 332 Integrationen wurde die Planung punktgenau erreicht. Zeitarbeit, Gebäudedienstleistungen, HOGA, Sicherheit, Büro, Kundenservice und Lager/Logistik war hauptsächlich die Branchen, in denen die sechs im Projekt eingesetzten Betriebsakquisiteure ihre Vermitt- lungserfolge erzielten. Unter veränderten Rahmenbedingungen wurde der Ansatz jetzt ins Regelgeschäft übernommen und im Arbeitgeber-Service eine „Bewerberorientierte Intensivbetreuung“ implementiert. Für das Jahr 2017 konnte Thomas Stotz berichten: „12.348 Kundinnen und Kunden des Jobcenters haben wir in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung integriert.“

Frühstück  Claudia Czernohorsky-Grüneberg
Jobcenter-Geschäftsführerin Claudia Czernohorsky-Grüneberg
Frühstück Dr. Michael Fertig
Dr. Michael Fertig (re.) vom Institut für Sozialforschung und Gesellschaftspolitik Köln und Gerrit Fischer vom Arbeitgeber-Service des Jobcenters Frankfurt