Werner Rosmaity und die Apfelweinwirtschaft Frank

Seit 2004 betreibt Werner Rosmaity die „Apfelweinwirtschaft Frank“ im Frankfurter Nordend in der Weberstraße / Ecke Glauburgstraße, ein Traditionslokal durch und durch. Bevor der neue Pächter kam, war es 60 Jahre lang in der Hand von Wirtsleuten, die bei der Übergabe 89 bzw. 85 Jahre alt waren. Die Tradition hat Rosmaity fortgeführt, gepflegt und ausgebaut. Ein typischer „Bembelwirt“ nach Heinz-Schenk-Vorbild ist er trotzdem nicht. Die geringste Rolle spielt dabei wohl seine Herkunft aus Hamburg. Schließlich lebt er schon so lange in der Mainmetropole, dass ihn eine Tageszeitung als „Frankfurter Gesicht“ titulierte.

Der 66-jährige Medienpädagoge ist in der Frankfurter Szene kein Unbekannter. Vor einiger Zeit stand er mit Oberbürgermeister Peter Feldmann auf dem Podium im Garten des Bolongaropalastes und diskutierte über „Interkulturalität und Heimat“. Vor allem ist Rosmaitys Engagement in zwei bekannten Projekten zu verorten – der Frankfurter Medienwerkstatt, die er 1986 mit sechs Partnern gründete und bis heute führt. Kinder und Jugendliche können sich hier als aktive Filmemacher betätigen, um eine medien- und TV-kritische Haltung zu entwickeln. Das zweite mit dem Namen Werner Rosmaity verbundene Projekt ist das legendäre Filmtheater „Valentin“ in der Windthorststraße, das den in Höchst stationierten Amerikanern bis 1992 als Truppenkino diente und das Rosmaity dann als anspruchsvolles Programmkino fortführte. „Werner Rosmaity muss ein Phantast sein oder ein Film-Besessener mit sozialer Ader und Engelsgeduld“, hieß es damals in der Presse. Von einem „Stück Bildungsbürgertum im sozialen Brennpunkt“ war die Rede. Vor einem Jahr stellte das „Valentin“ seinen Betrieb ein. 

Am runden Tisch der Apfelweinwirtschaft Frank: Gabi Eisenhut, Werner Rosmaity und Manuela Ahlalou vom Arbeitgeber-Service des Jobcenters Frankfurt am Main (v.l.n.r.)
Am runden Tisch der Apfelweinwirtschaft Frank: Gabi Eisenhut, Werner Rosmaity und Manuela Ahlalou vom Arbeitgeber-Service des Jobcenters Frankfurt am Main (v.l.n.r.)

Das Engagement konzentriert sich jetzt auf die Medienwerkstatt und die „Apfelweinwirtschaft“. Wie ein erfahrener Gastronom urteilt Rosmaity: „Das Geschäft steht und fällt mit dem Koch und mit dem Service.“ Frankfurter grüne Soße und hessische Traditionsküche bereiten drei Köche zu – ein Iraner und zwei Griechen. Das „Hessische“ haben sie offensichtlich verinnerlicht. Im Service kümmern sich drei, vier Kräfte vorwiegend um die Stammgäste im Lokal und im Garten. Es sind Minijobber und Teilzeitkräfte – typisch für die Gastronomie. In keiner anderen Branche arbeiten mehr „geringfügig Beschäftigte“.

Zu ihnen zählt auch Gabi Eisenhut. Die 51-jährige alleinerziehende Mutter einer neunjährigen Tochter hat „schon immer“ in der Gastronomie gearbeitet, wie sie erzählt. Vor eineinhalb Jahren kam sie als Minijobberin durch Empfehlung eines Stammgastes zu Werner Rosmaity. Eigentlich wollte sie mehr arbeiten. So jedenfalls teilte sie es dem Jobcenter Frankfurt mit, als sie zu einem Bewerbertag für Dienstleistungsberufe eingeladen wurde, wegen ihres Einsatzes in der Apfelweinwirtschaft an der Teilnahme aber verhindert war. Das Jobcenter nahm den Hinweis auf und trat mit dem Arbeitgeber Rosmaity in Kontakt. Die „Umwandlungsprämie“ war für ihn, der vor langer Zeit einmal Betriebswirtschaft studiert hatte, ein überzeugendes Argument. Gabi Eisenhut ist jetzt unbefristet sozialversicherungspflichtig angestellt und leistet gegenwärtig mindestens 15 Stunden in der Woche. „Sobald es die familiäre Situation erlaubt, soll die Arbeitszeit ausgedehnt werden“, sichert Werner Rosmaity jetzt schon zu. Sein Urteil zur Umwandlungsprämie des Jobcenters: „Ein wirklich intelligentes Projekt!“